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Schutzengel Nummer 20000 greift beherzt ein

Verkehrssicherheitsprojekt Schutzengel im Kreis Gütersloh (...)
Verkehrssicherheitsprojekt Schutzengel im Kreis Gütersloh (...)

Artikel Glocke vom 22.01.2016, Johannes Bitter

Schutzengel Nummer 20 000 greift beherzt ein

Kreis Gütersloh(gl.). Das  Projekt "Schutzengel" lässt sich nach umfassender Analyse durch Professor Dr. Iris Mühlenbruch von der Hochschule Bochum als wirksames Element der Unfallprävention  bei jungen Fahrern bewerten. Jetzt hat sie gemeinsam mit Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU), dem Leiter des Straßenverkehrsamtes, Detlef Stieg, und Hauptkommissiar Andreas Koptik vom Verkehrsdienst der Polizei den 20 000. Schutzengel begrüßt.


Es ist die 20-jährige Anastassia Voth aus Gütersloh. Ein Präsent überreichte die bereits mehrjährig beim Projekt Aktive Lena Ostermann.

Hauptakteure des Schutzengel-Projektes sind 16 - 24-Jährige, die in ihrer Altergruppe auf emotionaler Ebene Einfluss auf Freunde und Bekannte nehmen. Auf einer Wellenllänge sollen die Engel ihre -bekannten davon abhalten, sich unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen ans Steuer zu setzen. Sie achten ebenso darauf, dass die jungen Männer immer angeschnallt sind und nicht rasen. Als Dankeschön gibt es einen Ausweis, der wie eine Bankkarte aussieht, und den Schutzengeln Vergünstigungen bei verschiedenen Sponsoren gewährt.

Im Kreisausschuss sagte Detlef Stieg, die altersmäßig Herausgewachsenen seien im Projekt weiterhin willkommen, um produktiv zu bleiben im Sinne der Unfallverhütung. Vor demselben Gremium des Kreistages belegte Professor Mühlenbruch mit Langzeitstudien, dass die Zahl aller Verunglückten im Kreis Gütersloh um 22 Prozent zurückgegangen sei und bei den Fahrern mit dem Kennzeichen GT sogar um 25 Prozent. Schwerverletzte und Getötete im Straßenverkehr gab es um 36 Prozent weniger.

Die wissenschaftliche Begleiterin stellte fest: "Der Rückgang der Verunglücktenzahlen im Kreis Gütersloh ist unter der Betrachtung von zwei untersuchten Sechs-Jahres-Zeiträumen vor und nach dem Schutzengel-Projektstart in allen ausgewerteten Kategorien signifikant."

Eine von der Professorin durchgeführte Befragung im Internet (2009 und 2014) unter den Schutzengeln ergab, dass jeweils 80 Prozent der Aktiven Verkehrsunfälle als Problem betrachten und sie aus dieser Motivation heraus helfen wollen. 78 Prozent haben 2009 gehandelt und 2014 laut Umfrage 72 Prozent. Mühlenbruch:"Bezieht man die Quoten auf alle registrierten Schutzengel - im November 2015 waren es 19 800 - kann man von 14 000 bis 15 500 jungen Menschen ausgehen, die breits schützend aktiv geworden sind.